Als ich Kairos, den Gott der Gelegenheiten traf

In den sozialen Medien fand ich – scheinbar zufällig – eine Notiz, dass sich ein Verlag gründet. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einige etablierte Verleger abgeklappert, denn ich wollte einen Fotokunst/Gedichtband veröffentlichen und dachte bei mir: »Na, vielleicht hast du ja bei einer Verlagsneugründung Glück«, schrieb dem Verlag kurzerhand eine Mail, die erfreulicherweise umgehend beantwortet wurde.

Ich schickte das elektronische Manuskript von StreetLyrics. Es gefiel der Verlegerin ausnehmend gut, allerdings wollte sie sich auf andere Genres konzentrieren. Bei ihrer zusätzlichen Recherche über mich stieß sie dann auf mein Hörbuch »Die Entdeckung der Wunderherrlichkeit« und bat um Zusendung des schriftlichen Manuskriptes und der CD. Insgeheim freute ich mich schon, denn ich malte mir bereits aus, wie »Die Entdeckung der Wunderherrlichkeit« traumschön illustriert und als Lesebuch neben den Hörbüchern in Regalen und Schaufenstern der Buchhandlungen stehen würde. Doch es kam anders.

Die Verlegerin rief mich an, rühmte die Wunderherrlichkeit und fragte, ob ich einen Ratgeber bei ihr verlegen wollen würde. Sie schlug mir zwei Themen vor, derer ich mich jedoch nicht sattelfest wähnte und meinte dann: »Wie wäre es mit Glück?«.

Pah, Glück … mit Glücksbüchern sind die Läden doch überfrachtet. Es gibt Menschen, die sich zu wahren Glückspropheten hochgeschrieben haben, braucht es da noch ein weiteres Buch? [Mein Kopf ist ziemlich schnell, wenn es darum geht, mich von schönen Dingen abzuhalten] Ich war eher abgeneigt und bat um ein Wochenende Bedenkzeit. Wir beendeten das Telefonat und 30 Minuten später hatte ich ein Inhaltsverzeichnis geschrieben auf den vor mir liegenden Zettel gekrakelt. Es floss einfach aus mir heraus. Schnell ins Reine geschrieben und in ihren elektronischen Briefkasten gesteckt. In dem Moment, als ich den Senden-Button in meinem E-Mail-Programm drückte, wusste ich, dass ich dieses Buch schreiben würde.

Jetzt könnte man sagen: »Was für ein Glück!«. Ich denke, es musste so sein. Es war ein untrügliches Gefühl in mir, dem ich mehr Raum gab, als meinem Kopf, der eben mit seinen sachlichen Argumenten darlegte, warum dies ein unsinniges Unterfangen sei. [Er hatte übrigens noch eine Menge mehr Verhinderer zu präsentieren.] Kairos sei Dank.

»Die wundersame Spirale des Glücks« ist nun geschrieben. Die Testleser haben das Buch für gut befunden. Die Verlegerin meinte, es sei sehr gut gelungen und die Lektorin schrieb: »Herzlichen Glückwunsch zu Deinem wunderbaren Buch, das mir immer wieder ein Gänsehaut beschert hat! Du hast es geschafft, ganz viele bekannte Methoden und Techniken zu bündeln und so darzustellen, dass der Leser/die Leserin ein Anleitung an die Hand bekommt, wie er mit einfachen Übungen versuchen kann, seinem Leben eine neue Wende zu geben. Toll und absolut praxistauglich! Auch Deine Sprache ist klar, verständlich und sehr gut zu verstehen. Du formulierst sicher, ohne große Probleme, viel zu tun war nicht.«

Ich kenne selbst nicht viele Glücksbücher, dennoch glaube ich sagen zu können, dass mein Buch anders geworden ist. Ich wünsche mir viele interessierte Leser und vor allem, dass sie nach der Lektüre eine Orientierung bekommen haben, wie sie ihr Glück nach Schicksalsschlägen wiederfinden können.

Ach so: Das Buch erscheint zur pünktlich Frankfurter Buchmesse 2015 in einem Verlag, dessen Namen man sich bereits schon jetzt merken sollte: Waldhardt.