Der Zug nach Wolkenkuckucksheim

Täglich werden unsere Sinne animiert – gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit – sich mit vielen bunten Äußerlichkeiten zu beschäftigen.

Liebreizende Offerten lenken unsere Blicke in blinkende und glitzernde Schaufenster. Optisch verlockende Kaufanreize binden unsere ganze Aufmerksamkeit. Reizende Anreize wohin wir schauen. Unsere Sinne reagieren ‚gereizt‘. Hektik treibt uns um. Das Rad dreht sich immer schneller. Dieses noch und jenes noch. Wir verhalten uns wie Marionetten. Die Strippen zieht ein anderer. Ferngesteuert erledigen wir tausend Dinge, von denen wir denken, dass sie wichtig sind und von denen eines das andere mit sich zieht, Zug und Zug. Reizüberflutung ist die Folge. Plötzlich liegen die Dinge im Nebel, alles verschwimmt, wird unklar.

Allerhöchste Eisenbahn auszusteigen. Doch der Zug nach Wolkenkuckucksheim ahnt nichts von deinen Befindlichkeiten. Er fährt und fährt und fährt – immer weiter und weiter – tief hinein in den dichtesten Nebel.

Und schon scharwenzelt die Angst in altbekannter Manier herum. An welcher Haltestelle verlässt du jetzt den Zug? Ist die nächste Station die richtige? Wann ziehst du die Notbremse? Oder kannst du einfach abspringen? All das hast du selbst in der Hand.

Niemand anders als Du, entscheidet jetzt: »Weniger ist mehr«. Entscheide dich für die Reduzierung in allen Bereichen bis hin zur Stille und Einkehr in die eigenen Räume. Hier ist der Ort, wo du durchatmen kannst, wo du zur Ruhe kommst. Im Rückzug kannst du dich wieder auf das Wesentliche besinnen und das ist bekanntlich für die Augen unsichtbar.

In diesem Sinne ‚Gute Reise‘.