Innehalten, Rückschau, Schulterklopfen

Ein großes Projekt neigt sich einem ersten Ende entgegen. Einem ersten Ende deshalb, weil es nur ein Etappensieg sein kann. Zeit für mich ein sehr persönliches Resümee zu ziehen und für einen Moment inne zu halten.

 

Gemeinsam mit Stephan-Maria Aust habe ich ein weltweit bisher einzigartiges Projekt gestemmt. Wir haben einen Fotokunst/Gedichtband in Deutsch, Englisch und Schottisch-Gälisch aus der Taufe gehoben. Dies alles hat aktiv 12 Monate gedauert – ich hab es zweimal nachgeschaut, weil ich es nicht glauben konnte.


Im Juli 2014 saßen wir zusammen und haben aus einem Wust von Fotografien 68 Motive für »StreetLyrics« ausgewählt. Die Projektidee selbst ist schon einige Jahre älter. Irgendwann war die innere Bereitschaft da, dieses Projekt auszugestalten und sodann lief es an vielen Stellen von selbst. Kontakte ergaben sich von Zauberhand gesteuert. Wenn so manche Tür verschlossen blieb, dann nur deshalb, damit andere sich zeigen und öffnen könnten.

Wenn ich die Arbeit an »StreetLyrics« in der Rückschau betrachte, fühle ich Demut. Demut, weil ich weiß, dass das Leben durch jeden von uns auf eine besondere Weise ausgedrückt werden will.

Wir haben uns führen lassen. Wir waren mutig genug, all unser Handeln und Tun dieser schöpferischen Kraft des Lebens unterzuordnen. Wir waren (fast immer) diszipliniert, haben in uns gehorcht und sind dem gefolgt, was geschehen wollte. An mancher Stelle kam Ungeduld ins Spiel, die uns abhalten oder in andere Richtungen lenken wollte. Durch die klare und immer wiederkehrende Ausrichtung sind wir ihr auf die Schliche gekommen.

Nun kommt die erste Auflage unseres dreisprachigen Fotokunst/Gedichtbandes in der kommenden Woche aus der Druckerei. Zwei kleine Sneak-Preview-Veranstaltungen und danach die öffentliche Buchvorstellung in Glasgow sind das nächste Etappenziel.

Wer – wie ich – in dem Glauben aufgewachsen ist, dass Stolz eine Todsünde ist, kann nachempfinden, wie lange ich für die nächsten Zeilen gebraucht habe.

Ich bin stolz …
… auf mich, dass ich mich in die Prozesse ergeben habe.
… auf die fruchtbare, großartige Teamarbeit. Das hat es leicht und ‚richtig‘ werden lassen.
… stolz auf das Ergebnis, zu dem wir schon vor der Veröffentlichung wunderherrliches Feedback bekommen.

»StreetLyrics« ist nun geboren. Jetzt gilt es die Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass dieses Projekt weiter wächst. Erste zarte Bande sind bereits geknüpft.

Ich bin erfüllt von Dankbarkeit.