Kindermund tut Wahrheit kund – Teil 2

Fortsetzung von Kindermund tut Wahrheit kund - Teil 1

Eine Woche später nun hospitierte ich in einer vierten Klasse einer anderen Grundschule. Die Klasse war mit 26 Schülern deutlich größer. Die meisten Vornamen waren mir nicht geläufig. Hier werden viele Kinder mit Migrationshintergrund unterrichtet.

Auch hier gab es zwei Stunden zum Thema Glück. Diesmal war die Klassenlehrerin anwesend. Sie überließ mir die Klasse, lehnte sich zurück, machte mit und lernte ‚ihre Kinder‘ von einer anderen Seite kennen.

Einer ihrer Schüler – der ruhigste – blühte auf. Er hatte ‚seine Welle‘ gefunden, die er ohne Unterlass bis zum Ende abritt. Die Lehrerin erkannte ihn nicht wieder und war einigermaßen geplättet, welches Potenzial in ihm steckt.

Ein anderer Schüler war erst vor einem Jahr in ihre Klasse gekommen. Zum Klassenantritt war er aggressiv, was sich innerhalb der vergangenen 12 Monate schon deutlich besserte, wie sie mir später berichtete. In den beiden ‚Glücksstunden‘ erlebte sie seine Anbindung an etwas Großes, wie sie es ausdrückte.

Ein deutlicher Unterschied zu der dritten Klasse in der vergangen Woche war: GELD … Geld und Reichtum spielten in dieser Klasse eine wesentlich größere Rolle im Zusammenhang mit Glück. Und die Kinder machten sich bereits Gedanken über ihre Berufswahl und artikulierten, dass es ein großes Glück sei, wenn man einen guten Beruf bekäme.

Auch hier ließ ich den Hang erklingen und ‚glückliche Töne‘ berührten Kinderherzen und das einer Lehrerin. Das Glück schwang nach und die Kinder betonen, dass sie gerne immer so ruhig im Herzen sein wollten.

Die selbstgebackenen Glückskekse fanden großen Anklang und ein Mädchen mit türkischen Vornamen bat um das Rezept. Sie will Köchin werden.

Ich bin mir sicher, dass ich diesmal nicht nur Kinder und mich selbst, sondern auch eine Lehrerin beschenkt habe.

Übrigens, in dieser Klasse stellte sich heraus: Das Glück ist rund und bunt, riecht gut und kostet nichts.

In diesem Sinne … »Glück kann man verschenken«